Vermessen!

Ab dem 10. März wird die Kapelle vermessen. Im November erreichte uns eine Anfrage einer Gruppe angehender Architekten der RWTH, die an unserer Kapelle Maß nehmen wollen! Der Kirchenvorstand stimmte der Unternehmung zu. Einer der Studenten hat uns hierzu die Vorgehensweise geschildert:

Die Bauaufnahme ist ein Projekt des Lehr- und Forschungsgebiets Denkmalpflege und Historische Bauforschung der RWTH Aachen. Die Aufgabe, ist ein Teil des Bachelorstudiums Architektur, und wird Ende des 5. Semesters in fünfer Gruppen bearbeitet. Kerngedanke des Projekts, ist das Erstellen eines verformungsgerechten Bauaufmaßes, mit Hilfe der Triangulation.

Die Aufgabe bestand zunächst darin, ein geeignetes historisches Bauwerk zu finden, welches unbewohnt, nicht zu groß und nicht auf zu stark bewegter Topographie gebaut ist. Im zweiten Schritt, wurde in Absprache dem Betreuer, eines der gefundenen Objekte ausgewählt und besonders zu beachtende Aspekte besprochen. Hierzu wird ein Gebäudeunabhängiges Schnurgerüst (Messnetz) aufgespannt, von dem aus Raumpunkte eingemessen werden. Auf einer maßstäblichen Messachse, (Schnur) werden zwei Punkte (A, B) angetragen und deren Abstand gemessen. Anschließend werden die Abstände AC und BC zum Raumpunkt C (Am Bauwerk) gemessen. Damit sind die Punkte über ein Dreieck eindeutig in der Ebene definiert. Die Messergebnisse werden mit Bleistift auf Karton gezeichnet.

Die Triangulation hat den Vorteil, dass Sie im Gegensatz zum einfachen „Architektenaufmaß“ mit Zollstock und Handlaser gebäudeunabhängig ist, und damit Verformungen, Setzungen, Wandstärken und Raumwinkel exakt bestimmt werden können. Ziel der Übung, ist die Anfertigung eines exakten Grundrisses, zweier Vertikalschnitte und der Ansichten der Kapelle.

Für das Aufmaß sind vier Tage vorgesehen.

Wir freuen uns schon auf das Ergebnis, welches uns im Anschluss zur weiteren Verwendung zur Verfügung gestellt wird!

Helmut H. Harth

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